Gloomhaven per Video-Chat

Seit schon schon einiger Zeit gehört unsere montägliche Gloomhaven-Runde zu den festen Terminen in meinem Freundeskreis. Bis jetzt haben wir uns dazu immer bei mir getroffen und zusammen gespielt. Im Zuge des Coronavirus mussten wir uns nun natürlich etwas anderes überlegen.

Remote-Gloomhaven aus meiner Sicht

Gloomhaven ist ein kooperativen Spiel, was praktischerweise nahezu ohne geheime Informationen auskommt. Außerdem müssen (nahezu) keine Karten zwischen den Spieler getauscht werden. Wir hatten daher die Idee, dass es eigentlich möglich sein müsste, Gloomhaven auch per Video-Chat zu spielen. Und es hat tatsächlich erstaunlich gut funktioniert!

Wir haben vorher das persönliche Spielmaterial, also die Fähigkeitskarten, dass Angriffsdeck und die gekauften Gegenstände an die Spieler verteilt. Das restliche Spielmaterial, insbesondere der Spielplan ist bei meinen Freunden Birthe und Christian geblieben. Die beiden haben dann auch meine Spielfigur und alle Monster bewegt.

Das Smartphone als Spielplan-Kamera

Damit ich den Spielplan sehen konnte haben die beiden mit einer spontan konstruierten Halterung ein Smartphone über dem Spielplan befestigt. Das Bild ist oben auf meinem Bildschirm zu sehen. Damit hatte ich eine ziemlich gute Übersicht über den Spielplan. Wir musste allerdings die Monster hinlegen, da ich die Pappaufsteller von oben natürlich nicht erkennen konnte. Leider hat das Handy in dieser Konstruktion zum Schwingen geneigt, was für mich als Zuschauer ziemlich nervig war. Für die zweite Runde haben wir das Handy dann mit einem Ladekabel verbunden, was gleichzeitig auch die Schwingungen deutlich reduziert hat.

Ich habe auf meiner Seite die Verwaltung der Lebenspunkte, Monsteraktionen und Initiative übernommen. Dafür habe ich die Webversion von Gloomhaven-Helper benutzt. Ich habe dabei die Website bedient und alle Eingaben gemacht, per Bildschirmfreigabe konnten die anderen alles sehen und z.B. die entsprechenden Bewegungen der Monster ausführen. Der Laptop diente gleichzeitig auch noch als zweite Kamera, mit dem ich den Spielplan von der Seite sehen konnte, und gelegentlich auch mal die beiden, zumindest, wenn sie nicht gerade zurückgeleht auf dem Sofa außerhalb des Blickfeldes der Kamera saßen 🙂

Ansicht mit zweiter Kamera

An ein paar Stellen mussten wir ein wenig improvisieren, so musste ich z.B. Fluchkarten in mein Deck mischen, die waren aber bei meinen Freunden. Ich habe dann einfach Post-Its auf zufällige Karten geklebt, und wenn ich diese gezogen habe, sie wieder ins Deck gemischt und mit einem gedachten Fluch gespielt. In unseren zwei Spielen sind wir bis jetzt aber noch auf keine unlösbaren Probleme gestoßen.

Als Video-Chat-Plattform haben wie Google Hangouts benutzt, was sehr gut funktioniert hat, wenn auch nur unter Chrome/Chromium. Außerdem ist es leider nicht möglich gleichzeitig ein Kamerabild und den Bildschirm zu teilen, daher war ich nur zu hören, aber nicht zu sehen. Ich hätte es auch noch praktisch gefunden, wenn ich die Bilder von beiden Kameras irgendwie nebeneinander hätte sehen können, so musst ich immer manuell umschalten. Hier scheint Zoom (abgesehen von den ganzen Datenschutzproblemen etc.!) noch ein bisschen flexibler zu sein.

Insgesamt hat das remote-Spielen wirklich Spaß gemacht, und war recht nah am „echten“ Spielgefühl dran. Ich fand es schön, dass ich mit meinem Material „in echt“ spielen konnte, und nicht nur Karten auf dem Bildschirm angeklickt habe. So hat es sich weniger wie ein Computerspiel angefühlt. Ich habe gestern auch noch mal zwei Runden Carcarsonne mit anderen Freunden über Board Game Arena gespielt; das hat auch Spaß gemacht, fühlt sich aber mehr nach Computer- und weniger nach Brettspiel an.

Carcarsonne via Board Game Arena

Birthe und Christian haben auf ihrem Blog auch noch mal ihre Perspektive unseres Spiels beschrieben. Außerdem gibt es dort jede Menge Fotos der von Birthe großartig bemalten Figuren 🙂

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