ispConfig 3 ohne DNS Server testen

In nächster Zeit steht bei mir ja ein Serverumzug an (oder doch lieber nicht?), und da ich mir ja vom Webhoster auf einen vServer wechseln werde, habe ich mir schon mal einen kleinen Testserver in Virtualbox aufgesetzt, und dort schon mal ispConfig 3 installiert (eine kostenlose Alternative zu Plesk, cPanel & Co.).

Jetzt konnte ich meinen Server zwar schon per IP erreichen, aber da Apache die ausgelieferte Website danach auswählt, über welchen Domain der Besucher kommt, konnte ich die so nur die „It works!“-Seite sehen. Nach ein wenig suchen habe ich dann die Lösung gefunden: Wenn man ispConfig richtig installiert hat läuft auf dem Server auch BIND 9 als DNS Server, der (wenn man ihn richtig konfiguriert hat) die lokale Zone, für die der Server verantwortlich ist, auflösen kann. Man muss also seinen vServer als DNS Sever eintragen, schon kann man seinen Server korrekt erreichen.

Wie man diese Änderung in Windows vornimmt sieht man hier:

Als zweiter DNS sollte man hier z.B. localhost eintragen, dieser Server wird nur angefragt, wenn der erste nicht erreichbar ist.

Wer sich dafür interessiert bekommt hier jetzt noch ein paar Details:

Ein Webadresse besteht aus mehren Labels, von rechts nach links, jeweils durch einen Punkt getrennt. Die 13 Rootserver des DNS sind für die TLDs zuständig, sie kennen die Nameserver, die für die jeweilige TLD-Zone enthalten. In so einer Zone stehen jeweils alle Domains, die zu diesem Label gehören. Jeder Eintrag dieser Zonendatei gibt einen Ressource Record an, geläufig sind z.B. MX für die IP der Mailservers, der zu diesem Label gehört, oder A bzw. AAAA für die normale IPv4 oder IPv6 Adresse des Labels. Wenn es aber noch ein „Unterlabel“ gibt (also die normalen Domains in der Rootzone, oder die Subdomains), kann eine Zone einen NS Eintrag enthalten, der den Namenserver für diese Zone enthält. Normalerweise werden diese Server von den Hostern betrieben, und enthalten einen MX, A, AAAA und * (das ist ein Wildcardlabel) Eintrag, der auf die IP der Servers zeigt.

Wenn man jetzt aber nur im Heimnetz experimentiert gibt es natürlich keinen DNS Eintrag im globalen DNS, darum muss man als DNS Server den einen Server angeben, der aber nur die eigene Zone auflösen kann, man ist also vom Internet abgeschnitten!

Normalerweise bekommt der Computer den Router als DNS-Server zugewiesen, der Domains im Heimnetz auflösen kann, aber leider kann man (zumindest bei meiner Fritzbox) keine eigenen NS Einträge festlegen, sodass Subdamains nicht aufgelöst werden. Nur zur Vervollständigung: Der Router bekommt von Provider bei der Einwahl den DNS-Server des Providers zugewiesen (hier kommen die Stoppschilder ins Spiel, da die Provider DNSes (?) auch mit Absicht falsche Informationen liefern können), der aber nur als Cache fungiert und bei unklaren Fragen dann die Rootserver fragt, bzw. gleich die Server für die TLD, deren Adressen er wahrscheinlich im Cache hat.

Wenn man als dann (wie ich) von der lokalen Spielwiese auf einen richtigen Server wechselt, muss man entweder der Anbieter bitten, im DNS für seinen Domain den NS Eintrag nicht auf seinen Eigenen DNS Server zu setzen, sondern auf seinen vServer, oder hoffen, das der Anbieter eh einen Wildcard-Eintrag gesetzt hat.

Mal wieder ein langer Text, doch meine Beschäftigung mit diesem Thema hat wieder dazu beigetragen, das ich einen Teil des Internets besser verstanden habe, und diese Informationen wollte ich auch festhalten 😉 Und eine Idee ist mir dabei auch noch gekommen: Warum sollte der Aufbau des Internets nicht mein Hausarbeitsthema werden? Drückt mir die Daumen 😀

3 Gedanken zu „ispConfig 3 ohne DNS Server testen

  1. Nachtrag: Wenn man als zweiten Server seinen normalen DNS Server einträgt hat man auch eine Verbindung ins Internet. Bei einer FritzBox lautet er 192.168.178.1, eine andere Option wäre auch der Google DNS: 8.8.8.8 (einfach zu merken :D)

  2. Das ist doch mal eine schöne Anleitung die man auch als Frau versteht 😉 Hatte hier und da nämlich auch meine Probleme gehabt! Aber dank deinem Post bin ich zu einem gutem Ergebnis gekommen „Alles läuft“

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