Kurztipp: VPN Verbindungen unter Windows zurücksetzen

Irgendwie hatte ich es geschafft, die Netzwerkeinstellungen von Windows völlig zu zerlegen. Ich konnte keine Verbindung mehr zu einem VPN herstellen, und bei dem Versuch ein bestehendes VPN zu ändern oder auch nur zu löschen ist am Ende der komplette Windows-Explorer abgestürzt.

Ein Hinweis fand ich im Geräte-Manager: Dort wurden (evtl. versteckte Geräte einblenden) ein paar „WAN Miniport“s angezeigt, die ein gelbes Ausrufezeichen hatten. In den Details wurde dann ein „Fehler 31“ erwähnt. Leider ließen sich diese Geräte auch in keinster Weise löschen oder reparieren. Zu Fehler 31 findet man sogar direkt bei Microsoft den Tipp, dieser Fehler würde auftreten, wenn das Gerät nicht gelöscht werden kann, weil es nicht richtig installiert ist 😉 . Man würde es loswerden, indem manuell irgendeinen Treiber installiert, um es dann zu löschen (gleich mehr dazu). Das hat leider auch nicht geholfen, nach einem Reboot waren die Geräte und die Probleme wieder da.

Jetzt habe ich noch mal ein wenig im Netz gesucht, und bin dabei auf diesen Tipp gestoßen, und er hat funktioniert!

Hier kurz die Übersetzung:

  • Als erstes Im Geräte-Manager alle „kaputten“ Miniports suchen (evtl. unter Ansicht versteckte Geräte einblenden)
  • Dann in der Registry diesen Key öffnen: HKEY_LOCAL_MACHINE\SYSTEM\CurrentControlSet\Control\Class\{4d36e972-e325-11ce-bfc1-08002be10318} (Ja, genau den. Es gibt jede Menge, die so ähnlich heißen…)
  • Dort alle Unterschlüssel („0001“ usw.) durchgehen, und einen suchen, der einen Wert Namen „DriverDesc“ hat, der mit dem Namen des kaputten Ports im Geräte-Manager übereinstimmt (evtl. ohne ein angehängtes „#2“)
  • Den kompletten Schlüssel (also „0001“ oder so) löschen (Backup? Backup!)
  • Das oben für alle kaputten Ports machen
  • Dann im Geräte-Manager für alle Ports „Treibersoftware aktualisieren“ wählen (Kontext-Menü), und dort nicht automatisch suchen, sondern aus einer Liste auswählen.
  • Dann den Haken für „kompatible Geräte“ entfernen und mehr oder weniger willkürlich einen Treiber aus der „Microsoft“ Liste installieren. Microsoft selber empfiehlt den Loopback-Adapter, auf SuperUser wird der für „Bluetooth-Gerät (PAN)“ empfohlen (den hab ich genutzt)
  • Die Warnung das der Treiber nicht passt einfach ignorieren, und auch nicht daran stören lassen, wenn es Fehler gibt.
  • Jetzt kann man das „Bluetooth-Gerät“ (aka Miniport) einfach „Deinstallieren“ (Kontext-Menü). Warnung abnicken, und das Gerät ist weg!
  • Das machen wir natürlich für alle kaputten Miniports
  • Und schlussendlich Neustarten!

Damit sollte Windows jetzt die Miniports wieder neu installieren, und sie sollten wieder ohne gelbes Dreickeck auftauchen und auch wieder funktionieren!

Da das VPN-System wohl immer noch ein wenig durcheinander ist, nach dem Eingriff empfehle ich, alle VPN-Verbindung zu löschen (jetzt ohne Explorer-Absturz), noch mal neuzustarten, und die Verbindungen dann wieder anzulegen. Ohne die Aktion tauchten teilweise Verbindungen auf, die es nicht mehr gab, und schlussendlich wollte sogar mein Modem eine Verbindung aufbauen…

Die Miniports zu löschen (mit dem Fake-Treiber) war also schon richtig, nur man muss sie auch aus der Registry löschen (auch wenn ich keine Ahnung habe, warum…)

Und „schon“ funktionieren meine VPNs wieder!

4 Gedanken zu „Kurztipp: VPN Verbindungen unter Windows zurücksetzen

  1. Vielen Dank für diesen Beitrag!
    Ich konnte mich nicht mehr mit einem VPN verbinden und auch keine Einstellungsdialoge öffnen. Nun geht es immer noch nicht ganz, aber ich konnte eine bestehende Verbindung so modifizieren das diese eine nun immerhin geht.
    Füge ich neue hinzu will Windows (8.1) immer einwählen.

    Naja immerhin geht die eine Verbindung nun, ich habe echt ewig nach einer Lösung gesucht.
    Eine Frage hab ich noch, Hast du auch Cisco AnyConnect verwendet? Ich werd irgendwie den Eindruck nicht los dass das damit in irgendeiner Weise zusammen hängt.

  2. Ich habe mich auch mehrere Tage mit diesem grausigen Problem herumgequält, das offenbar durch ein „kaputtes“ Microsoft-Update ausgelöst wurde. Manche Leute haben es sogar schon mehrfach gehabt (so wie ich z.B.).

    Meine einfachste Lösung dazu ist die Nutzung des „WAN-Miniport Repair Tools“ (https://www.vpnhosting.cz/index.php/clanky/wan-miniport-repair-tool-solve-vpn-and-dial-up-error-code-720-and-similar-ppperrors.html).

    Es entfernt automatisch alle WAN-Miniports, die nicht betriebsfähig sind, also ein Ausrufezeichen haben. Ich benutze mit Windows 8.1 nicht die Version 2 des Repair-Tools, sondern die erste Version, da die zweite bei mir nicht funktioniert.

    Zuerst einmal sollte man alle defekten Miniports in den Zustand der Betriebsunfähigkeit setzen, damit das Tool richtig funktioniert. Dazu startet man am besten in der Dienste-Verwaltung (Systemsteuerung -> Verwaltung -> Dienste) die „RAS-Verbindungsverwaltung“. Solange diese zu starten versucht (dauert 2-3 Minuten), sind die defekten Miniports mit einem Ausrufezeichen versehen und können mit dem Tool entfernt werden.

    Nach der Entfernung findet man im Gerätemanager ebenso viele neue Geräte mit der Bezeichnung „Microsoft Loopbackadapter für KM-Test“, wie zuvor defekte Miniports. Diese können (zumindest bei mir) nicht entfernt (deinstalliert) werden. Wenn ich es versuche, bekomme ich einen Bluescreen mit der Fehlermeldung „IRQ_NOT_LESS_OR_EQUAL“ oder „KERNEL_SECURITY_CHECK_FAILURE“. Daher mache ich folgendes: Ich beende zuerst den Dienst „RAS-Verbindungsverwaltung“, sofern er sich nicht schon von selbst beendet hat. Dann starte ich Windows neu in den Abgesicherten Modus. Dort lassen sich dann alle „Microsoft Loopbackadapter für KM-Test“ deinstallieren. Nun starte ich Windows wieder normal und starte den Dienst „RAS-Verbindungsverwaltung“ manuell erneut. Dabei werden alle zuvor gelöschten Miniports automatisch neu installiert. Und danach sollte alles wieder einwandfrei laufen.

    1. Ich wollte deinen Tipp gerade ausprobieren, weil mein VPN auch nach meinen oben beschriebenen Reparaturmaßnahmen noch nicht so wirklich gut lief, aber siehe da: Jetzt funktioniert es. Es kann also sein, das Microsoft hier in letzter Zeit etwas repariert hat.

      Trotzdem vielen Dank für diesen ausführlichen Tipp, vielleicht hilft er ja noch dem einen oder anderen!

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