Drucker-Reparatur

Ja die lieben Drucker – immer, wenn man sie braucht, sind sie kaputt. Meistens ist ja nur die Patrone leer, diesmal war es leider anders (und ja, natürlich wollte ich gerade jetzt ein paar Sachen ausdrucken). Nach ein bisschen testen fand sich dieses Fehlerbild: Das eigentliche Drucken war kein Problem, auch nicht das von mehrseitigen Dokumenten. Aber nach der letzten Seite wurde zunächst noch eine leere Seite durchgezogen, dann wurde noch eine weitere Seite angezogen (aber nicht ausgegeben) und der Drucker meldete einen Papierstau. Wenn man die Klappe öffnete fand man zwar das halb angezogene Blatt, aber das war augenscheinlich nicht verklemmt. Wenn man es entfernt hat (oder es auch einfach drin gelassen hat), und dann auf „Ok“ geklickt hat, hat der Drucker so lange leere Seiten durchgezogen, bis die Papierkassette leer war.

Nach ein wenig überlegen blieben zwei Möglichkeiten: Entweder hat der Drucker festgestellt, dass die Garantie so langsam abgelaufen ist, und die Software möchte, dass ich bald einen neuen Drucker kaufe – oder aber, der Drucker kann einfach nicht „aufhören“, vielleicht wird ja die Walze, die neues Papier anzieht irgendwie abgekoppelt, und das funktioniert nicht mehr.

Bliebt also nur, den Drucker zu zerlegen. Auf der Unterseite fanden sich auch tatsächlich ein paar Schrauben, leider die allseits beliebten Torx-Schrauben 🙁 Zum Glück hatte ich noch ein Werbegeschenk von Microsoft SystemCenter, ein kleines Werkzeugset mit nützlichen Werkzeugen zum PC schrauben. Das Ding ist wirklich praktisch, denn da sind auch Torx-Bits drin. Damit, und mit einen hilfreichen Video konnte ich dann schon mal die Außenhülle abbauen. Praktischerweise verbaut HP überall die gleiche Schrauben, damit kann man sich das Sortieren schon mal sparen. Zudem sind die ganzen Komponenten mit Flachbandkabeln angeschlossen, damit kann man z.B. den ganzen Scanner als Ganzes abbauen.

Nachdem ich also Deckel und Verkleidung abgebaut hatte, ging die Fehlersuche los. Auf der Unterseite war die Papierzufuhr, dort konnte man auch tatsächlich erkennen, dass die Rolle abgekoppelt werden konnte. Leider ließ sich der Mechanismus nicht bewegen, da ein kleiner Hebel eingeklemmt war. So auf den ersten Blick konnte ich auch nicht erkennen, wo der Hebel hingehörte, daher entschied ich mich, mich der Stelle von oben zu nähern. Dazu musst ich leider den Druckkopf ausbauen, was glücklicherweise zusammen mit der Führungsschiene recht einfach ging. Leider wurde es dann etwas schmutzig: Unter und neben dem Tintenpatronen befinden sich allerhand Schläuche und Auffangschwämme, die sollen wohl die Tinte auffangen, die bei der Reinigung verbraucht wird. Leider scheint auch HP nicht so recht zu wissen, wohin damit, zumindest endete einer der Schläuche einfach in der Luft über einem ziemlich vollgeschmierten Plastikteil…

Ich konnte aber auch da nicht wirklich erkennen, was das Problem war, aber nachdem ich am nächsten Tag noch mal darüber nachgedacht hatte, wo der kleine Hebel hingehören könnte, fand ich dann heraus, dass der Mechanismus mit dem Reinungswagen darüber zusammenhängt: Wenn der komplett nach vorne unter die Patronen fährt, wird dabei der Hebel von dem letzten bisschen, das extra eine Kerbe hat, mitgenommen, und damit der Papiertransport deaktiviert. Und dieser Hebel war aus der Kerbe gesprungen. Also den Hebel wieder eingesetzt:

IMGP2083(Der Hebel war etwa um 90° im Uhrzeigersinn gedreht worden, und war unter der schwarzen Plastikschiene verklemmt)

So langsam begriff ich auch, wie genial der Drucker aufgebaut ist: Es gibt genau drei Motoren: Einer steuert den Druckkopf nach rechts und links, ein kleiner dient dazu, das Fotopapier unter den Einzug zu fahren, und ein dritter erledigt den Rest: Also den kompletten Papiertransport, samt (optionalem) Papiereinzug, die Steuerung der Auffangschwammes, und die Duplex-Papierführung. Dazu gibt es zum Beispiel ein Getriebe, dass die Drehrichtung einiger Walzen umdreht, wenn der Motor rückwärts dreht, um das Papier dadurch zu wenden. Wenn der Patronenwagen in die Ruheposition fährt, also der Druckauftrag zu Ende ist, wird automatisch der Reiningungsschwamm vorgefahren, und dadurch dann auch die Papierzufuhr abgeklemmt. Oder wenn der Patronenwagen die Parkposition verlässt, wird der Schwamm nach hinten gefahren. Da aber der Wagen dann nicht mehr da ist, gibt es eine Mechanik, die den Wagen erst ganz bis nach hinten fährt, um ihn dann aber abzukoppeln, ansonsten würde die Mechanik ja blockieren, da der Motor ja weiterdreht, und den Rest antreibt. Ich bin wirklich total beeindruckt, was da an Mechanik drin steckt. Ich hätte viel mehr Motoren und Software erwartet, aber durch die clevere Mechanik muss die Software nichts weiter machen, als den Motor anzuschalten…

Naja, nach der Reparatur stand der Zusammenbau an, der auch recht gut geklappt hat. Nur ein Feder war etwas kompliziert wieder einzubauen, weil sie immer wieder aus der Halterung sprang. Und dann der spannende Moment: Ja, er druckt noch! Und vor allem: Er funktioniert wieder! Kein Papierstau mehr! Leider hat der Druckkopf den Ausbau samt Lagerung auf einem Blatt Papier nicht so gut verkraftet, daher waren die ersten Ausdrucke etwas verschmiert, aber nach zwei Reinigungsläufen und ein paar Probedrucken ist davon nichts mehr zu merken.

Auch wenn es ein wenig gedauert hat: Reparieren macht Spaß, vor allem, wenn es Dank Mechanik und Verzicht auf Klebstoff noch möglich ist. Und wegen einem verklemmten Hebel gleich einen neuen Drucker zu kaufen ist ja auch Wahnsinn!

Die nächste Arbeit wartet auch schon: Zum einen habe ich auf eBay einen defekten 3DS erstanden, den ich hoffentlich wieder zum Leben erwecken kann (es ist vermutlich nur ein Stecker locker), zum anderen hat meine Kamera (wie auf dem Foto oben zu sehen), ja wohl ein Problem, das ganz Bild wird von Farbstreifen durchzogen. Vielleicht kann man da ja auch was machen. Ich werde berichten!

4 Gedanken zu „Drucker-Reparatur

  1. Der Artikel über di8e Reparatur des Druckers war recht interessant. Ich habe ein ähnliches Problem mit dem Drucker HP Photosmart 6510. Mein Drucker zieht, nachdem ich einen Papierstau hatte, das Papier nicht mehr ganz ein. Ich werde erst einmal die Walzen mit sauberen Wasser reinigen. Danach, wenn der Fehler immer noch besteht, werde ich in der Unterseite des Druckers eine Federspirale etwas straffen, so dass diese 2 Papierrollen stärker an die Gegenseite drückt.
    Ich habe den Eindruck, das die Feder durch den Papierstau sich verändert hat.
    Sie hat meiner Meinung nach an Andruckskraft etwas verloren.

  2. Vielen vielen Dank für diesen Beitrag! Ich war bereits kurz davor meinen Drucker aus dem Fenster zu schmeißen aber das es nur an diesem kleinen Haken lag…
    Ich habe zwar nicht gleich auf dem Foto gesehen, um welchen Haken es sich handelt aber durch ein bisschen suchen und probieren es heraus gefunden. Nun läuft wieder alles ohne Probleme!!!
    (HP Photosmart 6510)

  3. Hallo Leute ich habe einen HP Officejet 6500a Plus geschenkt bekommen
    ER bringt immer eine Fehlermeldung dass kein Papier drin liegt obwohl ich 10 Blätter reingelegt habe .Die 2 Einzugsrollen aus Gummi drehen sich nicht u.ziehen das Papier nicht rein ich habe alle schon gereinigt .ES müsste ein mechanisches Problem sein vielleicht kann mir jemand helfen.
    Ich bedanke mich schon im voraus
    Grüße G.W

  4. besten Dank für diesen Bericht. Tatsächlich hatte mein Photosmart 6510 auch genau dieses Problem.
    Wenn man mal weiss, wo man schauen muß, reicht es sogar, nur das Papierfach zu entfernen und die Reparatur ist von unten in zwei Minuten erledigt.
    Klappe öffnen, der Druckkopf fährt aus seiner Parkposition nach links, dann den Netzstecker ziehen, damit er auch dort bleibt. In dieser Position haben sich Haken und Kerbe fast schon allein gefunden. Ein bischen fummeln und reindrücken, fertig.

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